Tornado hinterlässt eine Spur der Zerstörung in Dramfeld

Mindestens 32 Häuser und 8 Scheunen wurden in Dramfeld z.T. schwer beschädigt, als sich ein Tornado am Sonntagnachmittag des 04.Septembers 2016 durch das Dorf pflügte. Laut "wetteronline.de" knickten mehrere Bäume wie  Streichhölzer um, Dachziegel schossen durch die Luft, Klappstühle und Basketballkörbe wurden bis zu 100 Meter weit verweht. Ein Maisfeld wurde arg in Mitleidenschaft genommen. Rund 500 Meter ist die Schneise der Zerstörung lang, welche das Unwetter hinterlassen hat. Es dauerte nur wenige Minuten. Die Schäden betragen allerdings mehr als 500.000 €. Zum Glück wurden keine Einwohner verletzt.

Hier einige Bilder aus Dramfeld unmittelbar nach dem Unwetter:
Scheune
Hier sieht man, wie der Wirbel die Dachziegel des weit vorgekragten Daches der Scheune abgehoben hat.
Auto
Die umherfliegenden Dachziegel beschädigten Fahrzeuge.
Baum
Abgedrehte Teile von Bäumen lagen auf der Weide.

Schnell kam die Frage auf, ob es sich denn tatsächlich um einen Tornado gehandelt habe oder aber um einen Downburst (Fallböe). Denn keiner hatte einen Tornadoschlauch gesehen. Hier konnten Experten wie z.B. Dr. Sävert und Kachelmann helfen, die z.T. selbst vor Ort waren und das Schadensbild überprüften.
Mithilfe eines Drohnenflugs konnte Tornado Map   die Einschätzung der Experten  über die "Spur der Verwüstung" stützen:

Es muss sich um einen Tornado gehandelt haben,

einen F1, das bedeutet, dass es Windgeschwindigkeiten zwischen 118 und 180 km/h gab. Dachziegel und Wellbleche werden dabei abgehoben, Wohnmobile umgeworfen und fahrende Autos verschoben. 
Laut Kachelmann muss nicht jeder Tornado sichtbar sein, da die Kondensation, die den Schlauch abbildet, nicht in jedem Fall eintritt. So scheint es auch hier gewesen zu sein. Zeugen berichteten von Trümmerteilen, Gartengeräten etc., die um ein Zentrum kreisten. Sehen wir uns zuerst einmal die Schneise der Zerstörung aus der Vogelperspektive an.
AB KreuzDrammetal
Der Blick geht Richtung Westen, aus der der Tornado kam. Im Hintergrund sieht man das  AB Drammetal. Die hier gut sichtbare Spur des Wirbels verläuft durch ein Maisfeld,. Gut zu erkennen, ist die klare Abgrenzung des Wirbels und damit seine Breite, die in diesem Abschnitt zwischen 50 und 70m betrug.
Maisfeld
Das zweite Foto von Tornado Map zeigt nun in die Richtung, in der der Tornado gezogen ist: Direkt auf Dramfeld zu! Die Wirbelstruktur des Tornados ist gut in dem niedergewalzten  Maisfeld zu erkennen.
Maisfeld2
Das dritte Drohnenfoto (Tornado Map)  ist kurz vor dem Dorfrand aufgenommen. Der Übergang zum Dorfrand  ist gekennzeichnet durch abgedrehte  und abgerissene Bäume und Baumteile.
bestaetigt
Wegen dieser Spuren im Maisfeld ( und anderen Gründen) wurde das Schadensereignis von Dramfeld als ein F1- Ereignis in die Tornadoliste Deutschland aufgenommen.

Doch wie sieht es mit der Warnung für die Bevölkerung aus?
Wurde sie überhaupt gewarnt?

Grundsätzlich ist es schwierig, Einwohner von Dörfern oder Stadtteilen rechtzeitig und punktgenau vor Tornados zu warnen. Doch in diesem Fall hätte bei größerem Bekanntheitsgrad der Website von Stromtracking / Kachelmannwetter  die Einwohnerschaft Dramfelds rechtzeitig gewarnt sein können. 
warnung
Kartewarnung
Bereits um 15:10 Uhr wurde  für den Raum knapp westlich der A7 eine Vorwarnung  ausgegeben, fast eine halbe Stunde vor dem Schadensereignis, Zeit genug, um Aktivitäten im Freien (siehe Fußballspiel in Dramfeld) einzustellen und sich in Sicherheit zu bringen!!!!


warnung2
                   
                     Eine Viertelstunde später um 15:25 Uhr liegt die angezeigte Rotation fast exakt über Dramfeld!                   Immer noch Zeit sich in Sicherheit zu bringen! Der Tornado trat um 15:38 Uhr auf!

Letztendlich ist es ein Wunder, dass es zu keinen Verletzten oder Toten kam, der Dachziegelregen alleine hätte hierzu schon ausgereicht.

erstellt von Erhard L. September 2016